Schenkelhalsfraktur (SHF)

Hüftfrakturen treten weltweit verbreitet auf und haben erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Personen und das Gesundheitssystem. Die Folgen von Hüftfrakturen können schwerwiegend sein und zu einer eingeschränkten Mobilität, einem erhöhten Risiko für Komplikationen und einer verminderten Lebensqualität führen.1-3

Schenkelhalsfraktur

Hüftfrakturen, insbesondere Schenkelhalsfrakturen (SHF), treten bei Menschen aller Altersgruppen auf. Sie kommen jedoch häufiger bei älteren Menschen aufgrund von Stürzen ohne Gewalteinwirkung vor und sind daher oft mit Osteoporose assoziiert.1,4 Proximale Femurfrakturen erfordern in der Regel einen Krankenhausaufenthalt und eine chirurgische Behandlung; sie führen oft zu Einschränkungen und sind mit hoher Morbidität und Mortalität verbunden.1,3,5

Bei mobilitätseingeschränkten Patientinnen und Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand und begrenzter Lebenserwartung kann eine Hemiarthroplastik nach einer SHF eine geeignete Behandlungsoption sein. Zu ihren Vorteilen zählen eine kurze Operationszeit sowie eine frühe Mobilisierung einhergehend mit guten klinischen, funktionalen und radiologischen Ergebnissen.6

Zementierte Hemiarthroplastik nach SHF

Bei einer Hemiarthroplastik können zementierte oder unzementierte Prothesen verwendet werden. Die zementierte Hemiarthroplastik beinhaltet die Verwendung von Knochenzement zur Fixierung der Prothese und hat sich bei älteren Patientinnen und Patienten als vorteilhaft gegenüber der unzementierten Hemiarthroplastik erwiesen. Sie ist mit weniger Komplikationen verbunden, darunter weniger intraoperativer und periprothetischer Frakturen, Luxationen oder Infektionen, und führt somit zu einem geringeren Revisionsrisiko im Vergleich zur unzementierten Hemiarthroplastik.7-9

Darüber hinaus zeigen Patientinnen und Patienten nach einer zementierten Hemiarthroplastik innerhalb des ersten postoperativen Jahres eine bessere Mobilität und eine moderate, aber signifikante Verbesserung der Lebensqualität.9,10

Daher wird in nationalen Leitlinien die Verwendung zementierter Femurschäfte für die arthroplastische Versorgung von Hüftfrakturen empfohlen.11,12

Zweifach antibiotikahaltiger Knochenzement reduziert das Infektionsrisiko bei Hemiarthroplastik nach SHF13-16

Die periprothetische Gelenkinfektion (PJI) bleibt eine der verbreitetsten Komplikationen nach einer Hemiarthroplastik zur Behandlung einer SHF. Bei Patientinnen und Patienten mit SHF tritt eine PJI häufiger auf und kann schwerwiegender verlaufen als nach einem elektiven Hüftgelenkersatz.17

Die Verwendung von antibiotikahaltigem Knochenzement (ALBC) kann einen wichtigen Beitrag zur lokalen Infektionsprophylaxe leisten.

Eine 2025 veröffentlichte Metaanalyse untersuchte zweifach antibiotikahaltigen Knochenzement (DALBC) im Vergleich zu einfach antibiotikahaltigem Knochenzement (SALBC) bei Patientinnen und Patienten mit Hemiarthroplastik nach SHF. Die Metaanalyse umfasste fünf Studien mit insgesamt 28.418 Patientinnen und Patienten.18

Für den Endpunkt “tiefe Wundinfektionen” wurden Daten aus vier Studien zusammengeführt; in dieser Auswertung war DALBC mit einer relativen Risikoreduktion von 53% assoziiert (relatives Risiko (RR) 0,47; p = 0,002).18 Bei Verwendung von DALBC konnten Infektionsraten von 1,1% - 1,2% erreicht werden, während mit SALBC Raten zwischen 1,7% und 3,5% berichtet wurden. 13-16 

Die Verwendung eines DALBC wie COPAL® G+C kann das Risiko einer PJI und ihrer Folgen bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko wirksam senken.

PJI-Rate in % in Abhängigkeit vom verwendeten Knochenzement

Sprowson et al. 2016 Tyas et al. 2018 Savage et al. 2019 Agni et al. 2023
n = 848 n = 1.941 n = 206* n = 4.936
12 Monate Follow-up k.A. 12 Monate Follow-up 90 Tage Follow-up

 

*darunter 26 Fälle von Hüfttotalendoprothesen

Über die Schenkelhalsfraktur hinaus: Hüftgelenkersatz im höheren Lebensalter

Die Versorgung nach SHF ist ein wichtiger Bereich der Hüftendoprothetik im höheren Lebensalter. Darüber hinaus umfasst die endoprothetische Versorgung älterer Patientinnen und Patienten auch Revisionseingriffe sowie elektive Eingriffe bei degenerativen Erkrankungen. Im Jahr 2024 entfielen in Deutschland 38,9% der primären Hüfteingriffe und 52,1% der Folgeeingriffe auf Patientinnen und Patienten ab 75 Jahren.19 Dies unterstreicht die Bedeutung der Hüftendoprothetik im höheren Lebensalter. 

Multimorbidität und eine eingeschränkte Regenerationsfähigkeit älterer Patientinnen und Patienten stellen besondere Anforderungen an die individuelle Risikobewertung und Therapieplanung.17, 20 Dabei sollte auch das Risiko für Revisionen durch periprothetische Frakturen und Infektionen berücksichtigt werden. 8,9 Eine patientenorientierte, evidenzbasierte Behandlungsstrategie ist daher besonders wichtig. 

Erfahren Sie in unserem Fachbeitrag mehr über die zentralen Herausforderungen des Hüftgelenkersatzes im höheren Lebensalter und mögliche Ansätze zur Verbesserung der Therapieergebnisse.
 

Erfahren Sie mehr über die Details dieser Studien und die Produkteigenschaften von COPAL® G+C Knochenzement